Umkämpfte Räume. Widerstand und Rassismus in Deutschland

Veranstaltung des Kölner Tribunal Forums

So, 4. Dezember 2016 - 17:00 Uhr

mit Erol Yildiz, Paulino Miguele, Massimo Perinelli

Allerweltshaus

frei

Stadtspaziergang und anschließende Gesprächsrunde zur Geschichte
migrantischer Kämpfe und das gesellschaftliche Klima nach dem Fall
der Mauer, in dem der Nationalsozialistische Untergrund entstand.

Im Gegensatz zum erklärten Internationalismus der Staatsführung war die
Migration in der DDR durch temporäre Vertragsarbeit sowie räumliche und soziale Segregation geprägt. Nur wenige schafften es nach den
Massenabschiebungen und Pogromen Anfang der Neunzigerjahre zu bleiben.
Die Regierung Kohl hielt an der Fiktion fest, Deutschland sei kein
Einwanderungsland. Dabei hatten sich Millionen Aus- und Übersiedler,
ehemaliger Gastarbeiter sowie Exilanten mit ihren Familien dauerhaft
hier niedergelassen. Die Keupstrasse wurde zum Sinnbild dieser
gesellschaftlichen Veränderungen und ihre Bewohner deshalb zum Ziel des
NSU-Terrors.

Unsere Gäste arbeiten alle zum Thema Migration, Bildung und Urbanität,
Erol Yildiz ist Soziologe an der Universität Innsbruck, Paulino Miguele,
Sozialwissenschaftlker am Forum der Kulturen Stuttgart und Massimo
Perinelli Historiker bei der Rosa Luxemburg Stiftung

Gesprächsleitung: Gesine Schütt, Martin Rapp, Kölner Forum „Tribunal
NSU-Komplex auflösen"