Aktionswoche des SÜDWIND Instituts und des Allerweltshauses Köln 2026
Aktivist*innen, NGOs, Künstler*innen, Gewerkschaften und soziale Bewegungen geraten unter Druck. Sie werden kriminalisiert, in ihrer Arbeit eingeschränkt, diffamiert, ihre Gelder gekürzt, eingeschüchtert und (gewaltsam) verfolgt. Diese Entwicklung – häufig als „Shrinking Spaces“ bezeichnet – betrifft inzwischen den Großteil der Weltbevölkerung. Laut CIVICUS leben rund 97 Prozent der Menschen in Gesellschaften, in denen freie Meinungsäußerung und Protest eingeschränkt sind.
Vor diesem Hintergrund lädt das SÜDWIND Institut gemeinsam mit dem Allerweltshaus Köln im September 2026 zu einer interaktiven Aktionswoche in Köln ein. Ziel ist es, die vielfältigen Dimensionen von „Shrinking Spaces“ sichtbar zu machen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen – wissenschaftlich, aktivistisch und künstlerisch.
Das Programm reicht von wissenschaftlichen Impulsen über Podiumsdiskussionen bis hin zu Literatur- und Comedy-Beiträgen, interaktiven Workshops, Musik und Theater. Nach den Veranstaltungen wird es die Möglichkeit zum Austausch bei Essen und Getränken geben. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Die Plätze sind aber begrenzt, daher bitten wir um Anmeldung über die SÜDWIND Website.
Veranstaltungen am 02.09., 03.09, 05.09., 10.09 und 11.09
1. Einführungsveranstaltung
➡️ Shrinking Spaces – Schrumpfende Handlungsräume in Deutschland und weltweit.
📅 📍Mittwoch, 02.09.2026, 18.00-21.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln
Detail: Podiumsdiskussion mit Christine Meissler (Brot für die Welt, Angefragt) und Pablo Campos (SÜDWIND-Institut) + Stand-up-Comedy mit Malte Küppers
Kulinarisches Angebot: Argentinische Empanadas
💬Sprache: Deutsch
Kurze Beschreibung: Weltweit geraten zivilgesellschaftliche Akteurinnen unter Druck: Aktivistinnen, NGOs, Gewerkschaften und soziale Bewegungen werden kriminalisiert, in ihrer Arbeit eingeschränkt und teils gewaltsam verfolgt. Auch in Deutschland und Europa nehmen Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen zu. Die Einführungsveranstaltung eröffnet die Aktionswoche mit einem Blick auf das Phänomen „Shrinking Spaces" – sowohl in seiner globalen Dimension als auch mit Bezug auf aktuelle Entwicklungen in Deutschland. In einer Podiumsdiskussion werden die strukturellen Ursachen und politischen Dynamiken hinter schrumpfenden Handlungsräumen beleuchtet. Im Anschluss sorgt ein Stand-up-Comedy-Beitrag für einen pointierten, humorvollen Blick auf das Thema.
2. Veranstaltung zu Nigeria
➡️Shell & Shrinking Spaces in Nigeria – der lange Kampf für Gerechtigkeit
📅📍 Donnerstag, 03.09.2026, 18.00-21.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln
Detail: Podiumsdiskussion mit Peter Emorinken-Donatus (Menschenrechts- und Umweltaktivist) und Paula Hummelsheim (SÜDWIND-Institut) + Filmvorführung des Dokumentarfilms „Esther and the Law“
Kulinarisches Angebot: Angefragt
💬Sprache: Film in englischer Sprache, das Filmgespräch findet in deutscher Sprache statt
Kurze Beschreibung: Shell zerstört im Zuge seiner Ölförderung in Nigeria in furchtbarer Weise die Umwelt des Niger Deltas und die Lebensgrundlage vieler Menschen. Dagegen haben sich Aktivist*innen eingesetzt, deren Widerstand systematisch zerschlagen wurden. Das erschreckendste Beispiel dafür war die Ermordung von Ken Saro-Wiwa und seiner Mistreiter – der Ogoni Nine. Der Dokumentarfilm „Esther and the Law“ begleitet Esther Kiobel, die Witwe eines der Ogoni Nine Aktivisten Dr. Barinem Kiobel, in ihrem Kampf für Gerechtigkeit. Nach der Filmvorführung spricht SÜDWIND mit dem aus Nigeria stammenden Menschenrechts- und Umweltaktivisten Peter Emorinken-Donatus über den Film, die aktuelle zivilgesellschaftliche Situation in Nigeria sowie die Kriminalisierung von Umweltaktivismus.
3. Veranstaltung zu Ecuador & Mexiko
➡️ Menschenrechtskämpfe im Rahmen von Freihandelsabkommen
📅📍Samstag, 05.09.2026, 12.00-15.00 Uhr, im Allerweltshaus Köln
Detail: Podiumsdiskussion mit Wissenschaftler*innen aus Ecuador und Mexiko sowie Pablo Campos (SÜDWIND-Institut) und Theaterworkshop
Kulinarisches Angebot: Angefragt
💬Sprachen: Deutsch und Spanisch
Kurze Beschreibung: Freihandelsabkommen prägen die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen Lateinamerika, Europa und Nordamerika maßgeblich – mit weitreichenden Folgen für arbeitsbezogene Menschenrechte. Am Beispiel von Ecuador und Mexiko diskutiert die Veranstaltung, wie Handelsregime Handlungsspielräume von Arbeiterinnen, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen einschränken oder eröffnen können. Wissenschaftlerinnen aus Ecuador und Mexiko sowie Pablo Campos vom SÜDWIND-Institut beleuchten in einer Podiumsdiskussion strukturelle Zusammenhänge zwischen Handelspolitik und Shrinking Spaces. Ein anschließender Theaterworkshop lädt dazu ein, die diskutierten Themen praktisch und kreativ zu erfahren.
4. Veranstaltung zu der Türkei
Weitere Informationen folgen in Kürze
5. Veranstaltung zu Ghana
➡️Human Rights in Ghana - A Conversation on Queer Activism, Criminalization and Shrinking Spaces
📅 📍 Freitag, 11.09.2026, im Allerweltshaus Köln
Detail: Eine Veranstaltung von SÜDWIND e.V., der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, dem Allerweltshaus Köln und col.lit.ive. Podiumsdiskussion mit den ghanaischen Aktivist*innen Angel Maxine und Abdul-wadud Mohammed, Musik von Angel Maxine und queerfeministische Literatur aus Ghana.
Kulinarisches Angebot: Angefragt
💬Sprache: Englisch
Kurze Beschreibung (Deutsch): Angel Maxine und Abdul-wadud Mohammed sprechen über die aktuelle Lebensrealität queerer Menschen in Ghana: Im Mittelpunkt stehen die wachsende Kriminalisierung queerer Menschen und Aktivist*innen, ihre kolonialen Ursprünge und die aktuellen politischen Entwicklungen – insbesondere das kürzlich im Parlament verabschiedete Anti-LGBTQIA+-Gesetz. Sie diskutieren, wie sich Handlungsspielräume für queere Menschen immer weiter verengen und wie Menschen trotzdem versuchen für ihre Rechte einzutreten.
Die beiden Aktivist*innen geben Einblick in ihr eigenes Engagement. Angel Maxine verbindet Aktivismus und Kunst und bringt ihre Musik an diesem Abend auch live auf die Bühne. Begleitet wird das Gespräch von Musik von queerfeministischer Literatur aus Ghana – geschrieben von einer Aktivistin, die aktuell vor Ort lebt und organisiert ist. Im Anschluss gibt es ghanaische Speisen und Getränke sowie Raum für Austausch und Diskussion.
🇬🇧 Small description (Englisch): Angel Maxine and Abdul-wadud Mohammed will speak about the current realities of queer lives in Ghana: At the center of the conversation are the increasing criminalization of queer people and activists, its colonial roots, and recent political developments – in particular the Anti-LGBTQIA+ bill recently passed by parliament.
They will discuss how space for queer people is shrinking, and how people continue to organize and fight for their rights despite these conditions. The two activists will also share insights into their own work. Angel Maxine connects art and activism and will bring her music to the stage during the event. The discussion will be accompanied by music as well as readings of queer feminist literature from Ghana – written by an activist who is currently based there and organizing on the ground. Afterwards, there will be Ghanaian food and drinks, as well as space for exchange and discussions.



