Mapuche - Musik als Werkzeug der Dekolonisation

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Konzert mit Vortrag und Diskussion

Do, 19. Januar 2017 - 19.30 Uhr

Anahí Mariluan und Adrián Moyano

Die Musik Anahí Mariluans steht für das wiederbelebte antikoloniale Selbstbewusstsein der im Süden Amerikas lebenden Mapuche. Sie singt und spielt auf traditionellen Instrumenten, vor allem dem Kultrún, der magischen, „heiligen" Trommel der Mapuche. Neben eigenen Kompositionen und Texten in der Art „traditioneller Musik der Mapuche mit eigener Prägung" stehen auch Adaptionen bekannterer Stücke von Violeta Parra und Victor Jara. Der Autor, Journalist und Aktivist Adrián Moyano wird in den historisch-politischen Kontext einführen und über aktuelle Entwicklungen und neue Widerstandsformen der Mapuche in Chile und Argentinien berichten. Adrián Moyano ist Autor des meistgelesenen Buches zum Widerstand der Mapuche: "Crónicas de la resistencia mapuche"

„Davon ausgehend, dass es sehr verschiedenartige Formen gibt, sich vorzustellen – denn in meiner Kultur sind Definitionen nichts Statisches –, würde man wahrscheinlich sagen, ich sei eine Sängerin oder Übersetzerin der Geräusche, die uns umgeben. Um sich selbst vorzustellen, sollte man seine tuwun, seine Herkunft beschreiben und so würde man von seinen Vorfahren sprechen und von dem Land, das sie bewohnten. Hier beginnt das Zentrum dessen, was man ist: Man ist ein wir, eine lange Vergangenheit und eine noch längere Zukunft." 

Wir sprechen hier von den Menschen, deren Land das spanische Kolonialreich nie erobern konnte und die erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Vernichtungskriege der neuen Nationalstaaten Chile und Argentinien Opfer gigantischen Landraubs und genozidaler Vertreibung wurden. Die vor allem durch die Militärdiktaturen der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts auf beiden Seiten der Anden forcierte neoliberale Wirtschaftspolitik drückt sich in einer von zunehmend von multinationalen Konzernen beherrschten extraktivistischen Produktionsweise (Wasser, Holz, Erdöl, extensive Schafzucht) aus, die die originäre Bevölkerung marginalisiert und ihren Lebensraum vernichtet. Wenn wir hier über Menschenrechte sprechen, geht es nicht nur um die Freiheit des Wortes und der kulturellen Ausdrucksformen, sondern auch um die Forderungen nach Rückgabe geraubter Lebensräume und nach freiem Zugang zu sauberem Wasser.

Von Adrián Moyano erschienene Bücher:

"Crónicas de la resistencia mapuche", primera edición, diciembre de 2007. Cuarta reimpresión, noviembre de 2014. Editorial Caleuche.
Weitere Titel:
"De mar a mar. El Wallmapu sin fronteras" LOM Ediciones (Santiago, Chile). Agosto de 2016.

"Komütuam descolonizar la historia mapuche en Patagonia", primera edición, febrero de 2013. Segunda reimpresión, diciembre de 2014. Alum Mapu Ediciones.

"A ruego de mi superior cacique Antonio Modesto Inakayal" Fondo Editorial Rionegrino (Viedma, Argentina) erscheint im Januar 2017