Lesungen

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»Diese und viele andere Geschichten von heute und gestern, dieses Gestern, das so notwendig ist, damit das Morgen erwachen kann«

»Estas y muchas otras historias de hoy y de ayer, este ayer, que es tan necesario para que la mañana pueda despertar«

(Elena Poniatowska)

 

Gemeinsam mit in Köln ansässigen lateinamerikanischen Künstlerinnen und Künstlern des Kollektivs tonali und den Mitgliedern der Mexiko-Initiative Köln/Bonn konzipieren wir Lesungen (deutsch-spanisch), welche musikalisch begleitet werden.

In den Lesungen wird vor allem auf die derzeitige Situation im Süden (Chiapas) und an der nordmexikanischen-US-amerikanischen Grenzregion (Ciudad Juárez) eingegangen.

Im Anschluss an die Lesungen ist die Möglichkeit gegeben, über die aktuelle Menschenrechtslage und die derzeitigen zivilgesellschaftlichen Mobilisierungen in Mexiko zu diskutieren.

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Fotos: www.bastianwegner.com

 


 

 

Lesung des kollektiv tonali zu den Frauenmorden in Ciudad Juárez Mexiko


Auf Einladung des Theaterkollektivs Telón de Arena, das bereits drei Mal mit den Stücken Antigone, Contrabanda und Auszügen aus El Enemigo in Köln zu Gast war, reiste das Künstler_innenkollektiv tonali – Teil des Projekts Menschenrechte Mexiko - im März nach Ciudad Juárez. Für die Gruppe war dies ein ganz besonderer und auch symbolträchtiger Schritt und für die mexikanische Seite ein Zeichen von Solidarität und internationaler Freundschaft. Die neuen Eindrücke und Auseinandersetzungen sollen nun in Form eines Dokumentarfilms über die Grenzregion im Norden Mexikos, Diskussionsveranstaltungen, einer Fotoausstellung und auch neuen Lesungen in die Arbeit des Projekts Menschenrechte Mexiko einfließen.

Spanisch-sprachiger Artikel zu der Lesung in Ciudad Juárez aus der
Tageszeitung el diario de Juárez
http://diario.mx/Espectaculos/2013-03-07_7baf2711/buscan-terminar-la-cuenta/

 

»Es gibt keine Worte, die die wahre Dimension, was die Menschen gerade durchmachen, beschreiben können. Es geht nicht nur um den Verlust ihrer Lieben, ihrer Söhne, Töchter, Väter, Mütter, Freunde ... Es ist der Verlust der menschlichen Würde, der Hoffnung, ihrer Träume. Es ist der Verlust der Würde, weil sie manchmal nur gesehen werden als ›bloße Kollateralschäden‹ oder Statistiken.« (Veronica Martínez Solares, UNAM)

Mexiko erlebt zur Zeit eine der größten Wellen von Gewalt in der Geschichte des Landes. Besonders seit Beginn des durch die amtierende Regierung unter Präsident Felipe Calderón geführten "Krieg gegen die Drogen" ist die Zahl der Opfer signifikant gestiegen. Seit Ende 2006 werden rund 60.000 Opfer gezählt – somit ist Mexiko eines der konfliktreichsten Länder der Welt.

Allein in Ciudad Juárez – einer der wichtigsten Grenzstädte zur USA und durch die seit 1994 existierende Freihandelszone auch Sinnbild für wirtschaftliche Globalisierung und Neoliberalismus – zählt man von 2006 bis heute durchschnittlich 2500 bis 2600 Morde pro Jahr – viele der Opfer kommen auch aus Reihen der Zivilbevölkerung. 

Dabei rückt ein Phänomen zuweilen immer mehr aus dem Blickfeld und wird überdeckt von vielen weiteren grauenvollen Geschehnissen und dem allgemeinen Anstieg der Gewalt in den letzten Jahren: der Feminicidio – die extremste Form geschlechtlich konnotierter Gewalt, systematischer und struktureller Diskriminierung, das Verschwindenlassen und gezielte Töten von Frauen auf Grund ihres Geschlechts.

Nun wurden in Mexiko seit Beginn 2011 immer mehr Stimmen aus Reihen der Zivilbevölkerung laut, um ihrer Wut und Empörung Ausdruck zu verleihen. Ihre Forderungen:

Aufklärung der Todesfälle, Ende der Straflosigkeit und ein Leben in Frieden, Gerechtigkeit und Würde.

Den Aufruf, die mexikanische Zivilgesellschaft und deren Forderungen zu unterstützen, international über die Situation und die Verletzungen von Menschenrechten aufzuklären, über die Vorfälle zu berichten und die Hintergründe zu erklären, sind unter anderem Anlass für unsere Projektarbeit.

Mit unseren Projekten wollen wir über die aktuelle Situation in Mexiko informieren und auf die derzeitigen Vorfälle von Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen. Hierfür organisieren wir Diskussions-, Informations- und Filmabende, Fotoausstellungen, Lesungen und laden auch regelmäßig ReferentInnen aus Mexiko ein.

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 In Zusammenarbeit mit der Mexiko-Initiative Köln/Bonn

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