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> Programm 1. Halbjahr
2010
Programm April bis Juli 2010
April
Mai
Juni
Juli
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Vortrag, Diskussion
und Konzert

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Donnerstag, 22. April, 20 Uhr
Neue Friedenswege in Israel
mit Ofer Golany und Alexander Meyen
„For many reasons (the holocaust being one) Israel
has developed into a militaristic society and also one that can not look
outside itself to accept criticism of its military accesses. Pacifism
and conscience objection are not recognized as alternatives to militaryservice.“
(Ofer Golany)
Der allgemeinen Wehrpflicht in Israel kann man sich kaum entziehen. Alternativen
zum Dienst an der Waffe gibt es nur in Ausnahmefällen und so werden
viele der israelischen Kriegsdienstverweigerer für ihre pazifistische
Haltung inhaftiert.
Ofer Golany, jüdischer Musiker und Friedensaktivist, möchte
an diesem Abend sein Konzept eines israelischen Zivildienstes vorstellen.
Dabei soll auch die mögliche Rolle Deutschlands als Vorbild und kritischer
Freund Israels diskutiert werden.
Im Umfeld des 20. Aprils, dem israelischen Unabhängigkeitstag, wird
hier ein anderes, zukünftiges Bild Israels gezeichnet und der Blick
auf die vorhandenen pazifistischen Kräfte gerichtet, die für
eine zivile Gesellschaftsform und gegen den israelischen Militarismus
eintreten.
Auch musikalisch tritt Ofer Golany für den Frieden ein, an diesem
Abend wird er dabei von Alexander Meyen (Violine, Midi-Viola) begleitet.
Ofer Golany ist ein Songwriter aus Israel, er
wohnt in Jerusalem.
Alexander Meyen ist ein Violinist aus Köln
mit jüdischen Wurzeln, er hat mehrfach Israel bereist.
Eintritt 3,-€ |
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Zweisprachige Lesung
und Gespräch

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Sonntag, 25. April 2010, 13
Uhr
STIMMEN AFRIKAS
Fatou Diome - „Ketala“
(aus dem Französischen von Brigitte Große)
Wer ist die Frau, die zum Sterben nach Afrika zurückgekommen
ist? Man weiß nichts von ihr. Ihre treuesten Begleiter, einige Habseligkeiten,
drohen in Kürze in alle Winde zerstreut zu werden. Doch vor der Erbteilung
bleiben den Möbeln noch sechs Nächte und fünf Tage, um
einander die abenteuerliche Geschichte ihrer Besitzerin zu erzählen…
"Mit poetischen Bildern und viel Wortwitz bietet Fatou Diome
sämtlichen Klischees über die afrikanische Lebensart die Stirn
(...).“ 3Sat
"Fatou Diome (...) gewann mit ihrem Roman die Herzen aller, der
KritikerInnen und des Publikums. Zu Recht. Ihre kecke Sprache, ihr süffisanter
Ton, die ätzenden Bemerkungen, der ungehemmte Fluss der Rede und
auch der kritisch-liebevolle Blick, den sie zwischen Afrika und Europa
ungehemmt schweifen lässt, sind ebenso ungewöhnlich wie appetitanregend.“
Buchkultur
Geboren 1968 in dem senegalesischen Fischerdorf Niodior, lebt
Fatou
Diome seit 1994 in Straßburg. Sie studierte Literaturwissenschaften
und unterrichtete an der Universität. Ihr erster Roman "Der
Bauch des Ozeans" hatte international großen Erfolg und wurde
in Deutschland mit dem Literaturpreis ausgezeichnet.
Gefördert durch die „Stiftung
Umwelt und Entwicklung NRW“.
Eintritt 5,-€ (erm. 3,-€)
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Vortrag und Diskussion
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Freitag, 30. April, 20 Uhr
Staatenimmunität für deutsche Kriegsverbrechen?
Der Fall Deutschland gegen Italien vor dem Internationalen
Gerichtshof in Den Haag
mit
Martin Klingner
Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag geht es in dem Verfahren
„Bundesrepublik Deutschland vs. Republik Italien“ um die grundlegende
Frage, ob von Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen Nazi-Deutschlands betroffene
Menschen das Recht haben, direkt gegen Deutschland zu klagen und ihre
Ansprüche gegen deutsches Staatseigentum – auch im Ausland
– geltend zu machen.
Einer der zu verhandelnden Fälle betrifft das am 10. Juni 1944 von
deutschen SS-Einheiten verübte Massaker an 218 Bewohnerinnen und
Bewohnern des griechischen Dorfes Distomo. Klagen in Griechenland haben
bereits im Jahr 2000 zu einem rechtskräftigen Entschädigungsurteil
über 28 Millionen Euro geführt. Gezahlt wurde nichts.
Die Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches
will in Den Haag ihre Rechtsansicht durchgesetzt wissen, wonach sie durch
die Staatenimmunität vor individuellen Entschädigungsansprüchen
der Opfer der von Wehrmacht und SS-Polizeieinheiten verübten Massaker
sowie der Verschleppung zur Zwangsarbeit geschützt sei.
Sollte Deutschland in Den Haag verlieren, wäre für die Überlebenden
der NS-Verbrechen und die Angehörigen der Ermordeten der Weg frei,
ihre Entschädigungsansprüche vor den Gerichten ihrer Herkunftsländer
durchzusetzen. Das Verfahren hat aber auch für aktuelle kriegerische
Auseinandersetzungen Bedeutung, in denen Zivilpersonen zu Schaden kommen,
wie etwa in Ex-Jugoslawien oder in Afghanistan. Sollte Deutschland dagegen
gewinnen, wären die zivilen Opfer von Kriegs- und Völkerrechtsverbrechen
möglicherweise dauerhaft rechtlos gestellt.
Rechtsanwalt Martin Klingner berichtet über den Hintergrund des Verfahrens,
über die politische Auseinandersetzung um die Entschädigungsfrage
sowie über die Möglichkeiten praktischer Solidarität mit
den Forderungen der Opfer der NS-Verbrechen.
RA Martin Klingner aus Hamburg vertritt derzeit
die Familie Sfountouris aus Distomo in ihrem Entschädigungsverfahren
und ist im Arbeitskreis Distomo aktiv.
Eintritt 3,- €
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Texte, Musik, Filme
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Dienstag, 4. Mai, 19 Uhr
HAITIAN FIGHT SONG
Haiti zwischen Revolution und Imperialismus
Texte, Musik, Filme —
zusammengestellt
und präsentiert von
Christian Frings, Felix Klopotek, Malte Meyer
und
Peter Scheiffele
Das Erdbeben vor der Küste von Port-au-Prince war
eine Naturkatastrophe, seine Folgen sind eine soziale. Damit ist Haiti
schlagartig ins Licht der Weltöffentlichkeit gerückt. Wieder
einmal — denn die Republik war in den letzten zweihundert Jahren
stets ein Objekt, bisweilen das »Lieblingsobjekt«, des westlichen
Imperialismus. Es scheint, als müsse Haiti dafür büßen,
dass seine Bewohner einst ganz dreist sich als Subjekte ihrer eigenen
Geschichte begriffen: 1791 gipfelte die Rebellion der schwarzen Sklaven
unter Toussaint L'Ouverture in eine Revolution — ein Ereignis, das
in seinem Freiheitswillen und seiner Autonomie den Horizont der französischen
Revolution noch überschritt.
In einer
Collage aus Bildern, Klängen und
Texten vergegenwärtigen wir den Schock und
das Emanzipationsversprechen dieser radikal-jakobinischen Revolution,
die neo-kolonialistischen Reaktionen darauf, die seit zweihundert Jahren
Land und Leute drangsalieren, wie die fortdauernden Revolten und Aufstandsbewegungen
gegen diese Zerstörungen.
Eintritt: 6,- €
> gerne auch mehr - die
gesamten Einnahmen werden an die
Haiti-Arbeit
von Medico International
gespendet.
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Vortrag und Diskussion
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Freitag, 7. Mai, 20 Uhr
Russland- eine gelenkte Demokratie?
mit
Prof. Dr. h.c. Angelika Nußberger
Wladimir Putin ist mit der Ankündigung angetreten, in Russland die
Demokratie zu festigen. Tatsächlich wird das Land jedoch von einer
Gruppe von Oligarchen beherrscht: Die Legislative führt eine Scheinexistenz
und die Judikative reagiert als Marionette des Kremls. Die politische
Opposition wird nach Belieben gesteuert oder gar ausgeschaltet und die
Meinungsfreiheit wird zunehmend eingeschränkt. Legal oder illegal?
Und inwiefern spiegeln sich diese politischen Strukturen in der Gesellschaft
und im Alltag der Menschen wider? Der Vortrag soll Aufschluss darüber
geben, wie im heutigen Russland regiert und wie dort mit Menschenrechten
umgegangen wird. Vor allem soll auf die jüngsten Entwicklungen in
Russland eingegangen werden. Von zentralem Interesse sind dabei im Umfeld
des Verfassungsgerichts die Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit
der Richter und die Bedeutung der Entscheidungen des Europäischen
Gerichtshofs für Menschenrechte in Russland.
Prof. Dr. h.c. Angelika Nußberger, Mitautorin
des Buches „Das System Putin - Gelenkte Demokratie und politische
Justiz in Russland“, ist Direktorin des Instituts für Ostrecht
an der Universität zu Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen
neben anderen auf der Entwicklung des Verfassungsrechtsstaats in den Staaten
Mittel- und Osteuropas und auf dem Einfluss des Völkerrechts auf
die Rechtsentwicklung derselbigen.
Eintritt 3,- € |
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Vortrag und Diskussion
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Donnerstag, 13. Mai, 20 Uhr
Chinas Wandel?
mit Shi Ming
Immer häufiger wird in China über Menschenrechte
geredet und immer mehr Akteure treten dabei in Erscheinung. Wütende
Menschen reisen aus allen Teilen Chinas nach Peking, um - den Repressalien
zum Trotz - gegen die Willkür des Regimes zu protestieren. War bis
2005 in Peking eine kleine Ansammlung von Protestierenden bereits eine
Sensation, finden heute alle paar Tage mitten im Zentrum von Peking Demonstrationen
statt, an denen bis zu tausend Menschen teilnehmen.
Die Menschenrechtsdebatte ist zu einem wichtigen Punkt auf der politischen
Agenda geworden und zieht sich inzwischen durch alle Schichten: Die Unterschicht
prangert an, dass ihr Recht auf angemessene Ernährung nicht garantiert
werde; die Mittelschicht beklagt, sie werde wie rechtloses Gesindel behandelt,
wenn es um ihre Ansprüche auf öffentliche Informationen über
Seuchengefahr oder Lebensmittelvergiftung geht. Die Oberschicht beteiligt
sich unter anderem rege an der Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe
– zumindest in Bezug auf Wirtschaftsdelikte und Sexualverbrechen.
Immer mehr Anwälte versuchen trotz Verwarnungen das Bestmögliche
für ihre Mandanten vor Gericht herauszuholen. Sie schließen
sich der breiten Bewegung für Menschenrechte an und haben sich dabei
inzwischen sogar international Gehör verschafft.
Die Situation der Menschenrechte im heutigen China ist vielschichtiger
geworden. Neben Meinungs- und Pressefreiheit werden auch Rechte im Arbeits-
und Sozialbereich eingefordert und diskutiert.
Der Vortrag analysiert die aktuellen Entwicklungen und Debatten hinsichtlich
ihrer Akteure und Hintergründe. Politik und Zivilgesellschaft werden
in ihrer Haltung zu den Menschenrechtsverletzungen und der angestoßenen
Debatte beleuchtet und bewertet.
Shi Ming, in Peking geboren, ist freier Publizist
und Journalist. Er arbeitet u.a. für die Deutsche Welle.
Eintritt 3,- €
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Zweisprachige Lesung
und Gespräch
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Sonntag, 16. Mai 2010, 13 Uhr
STIMMEN AFRIKAS
Samson Kambalu (Malawi) – "Jive Talker"
aus dem Englischen von
Marließ
Ruß
Sein Name bedeutet „Don’t worry be happy“.
Ist das der Grund, weshalb der kleine Samson in einer Welt, wo hinter
jeder Ecke Mambas, Malaria und Misere lauern, zu einem Teenager heranwächst,
der Michael Jacksons Moonwalk perfekt beherrscht, Nietzsche mit Vorliebe
auf dem Klo liest und sich mit zwölf seine eigene Religion ausdenkt?
Oder liegt es an seinem unverbesserlichen Vater, dem Jive Talker? Der
muss zwar seinen Traum, ein richtiger Doktor zu werden, gegen eine Anstellung
als Hilfsarzt eintauschen, seinem Sprössling aber impft er einen
nie versiegenden Optimismus und den Drang zum Philosophieren ein.
Der Debütroman „Jive Talker“ ist die sprühende Lebensgeschichte
eines Jungen aus Malawi, der auszieht, Künstler zu werden. Mit seiner
Leidenschaft für die Sprache und einem irrwitzigen Humor bewältigt
er Höhen und Tiefen und beschert uns einen rasanten autobiografischen
Roman.
Samson Kambalu, 1975 in Malawi geboren, erhielt
ein Stipendium für die renommierte Kamuzu Academy und organisierte
die erste Konzeptkunstausstellung in Malawi. Heute lebt er in London.
Sein bekanntestes Kunstwerk, der „Holy Ball“, den er auch
ins Kölner Allerweltshaus mitbringen wird, hüpfte seitdem von
einem Erdteil zum andern.
Die Schauspielerin
Franziska Weber wird Auszüge
aus dem Roman vorlesen. Der Journalist Ullrich Biermann wird das Gespräch
moderieren.
Gefördert durch die „Stiftung
Umwelt und Entwicklung NRW“.
Eintritt 5,-€ (erm. 3,-€)
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Vortrag und Diskussion
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Freitag, 21. Mai, 20 Uhr
Haiti - vor und nach dem Erdbeben
mit
Dr. med. Guillaume
R. Sévère
Haiti wird häufig als Armenhaus der westlichen Welt
bezeichnet. Von Stürmen und Erdbeben gepeinigt, von politischen Umbrüchen
erschüttert und immer wieder durch internationale Interventionen
gelenkt blickt Haiti auf eine bewegte und häufig folgenschwere Vergangenheit
zurück.
Haiti hat als erster Staat die Sklaverei abgeschafft und wurde nach einem
Sieg über die französischen Kolonialherren zur ersten schwarzen
Republik der Welt. Zwischen 1802 und 1804 bereitete die haitianische Revolutionsarmee,
unter der Führung zunächst von Toussaint-Louverture dann Jean-Jaques
Dessalines, der damals stärksten Macht Europas eine vernichtende
Niederlage. Eine daraufhin jahrelang anhaltende wirtschaftliche Blockade
des jungen Staates durch Frankreich und später USA sowie die fortwährende
Ablösung eines undemokratischen und korrupten politischen Regimes
durch ein anderes führten das Land immer tiefer in die Krise. Die
Folgen, durch regelmäßig auftretende Naturkatastrophen weiter
zugespitzt, sind Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit.
Diese bereits seit langem bestehenden Probleme wurden am 12. Januar 2010
durch ein verheerendes Erdbeben, das gemessen an der Zahl der Opfer und
dem Ausmaß der katastrophalen Zerstörung als stärkstes
Erdbeben aller Zeiten gilt, weiter verschlimmert. Mehr als 220.000 Menschen
starben, über eine Million wurden obdachlos, die Infrastruktur ist
total zerstört. Für die Überlebenden des Erdbebens fing
der Kampf um ihr Überleben jedoch gerade erst an. Die Versorgung
mit Nahrung, Wasser und medizinischer Hilfe war völlig zusammengebrochen
- Notunterkünfte konnten bisher nicht ausreichend zur Verfügung
gestellt werden. International wurde zu Spenden aufgerufen. Nach der sofortigen
Intervention der Haitianer, vor Ort durch Erste-Hilfe-Maßnahmen
und Bergung der Verschütteten, meistens mit bloßen Händen,
versuchten mehrere technisch besser ausgerüstete internationale Hilfsorganisationen
die Not zu lindern, Verschüttete zu finden und Struktur in das verheerende
Chaos zu bringen.
Wie ist die Lage Haitis fünf Monate nach dem vernichtenden Unglück?
Der Vortrag soll einen Überblick über die bewegte Geschichte
Haitis geben, die derzeitige soziopolitische Situation der Bevölkerung
darstellen und angestrebte Zukunftsperspektiven skizzieren.
Guillaume R. Sévère ist Arzt und
kommt aus Haiti.
Eintritt 3,- €
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Stadtteilführung
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Sonntag, 30. Mai, 14 Uhr
Stadteilführung in Ehrenfeld
mit
Ralf Berger
Treffpunkt am Allerweltshaus in der Körnerstrasse
77-79
Am Beispiel Ehrenfelds werden unten stehende Themen angesprochen:
- die neue soziale Unterschicht in den Städten vor dem 1. Weltkrieg
- Geschichte der jüdischen Gemeinde
- Kolonialpolitik Deutschlands vor dem ersten Weltkrieg
- die sozialen und politischen Auseinandersetzungen in der Weimarer -
Republik
- Sozialpolitik des Nationalsozialismus
- Verfolgung und Widerstand in den letzten Jahren der NS Herrschaft
- neue soziale Durchmischung in der Zeit nach 1970
- aktuelle Tendenzen der Stadtteilentwicklung
Die Führung wird 2,5 – 3 Stunden andauern. Anschließend
gibt es noch Gelegenheit zum Gespräch über das Gehörte
und das Gesehene bei Kaffee und Kuchen.
Beitrag 5 €, ermäßigt 3 €
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Vortrag und Diskussion

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Freitag, 4. Juni, 20 Uhr
Nichts als Leid und Grausamkeiten?
Menschenrechte in Afrika
mit
Franziska Ulm
In den 61 Jahren seit der Verabschiedung der Allgemeinen
Erklärung der Menschenrechte durch die UN-Generalversammlung 1948
fanden in Afrika tiefgreifende Umwälzungen statt. Mit der Entkolonialisierung
und dem Ende der Apartheid in Südafrika gingen der Aufbau von Institutionen
auf nationaler Ebene und zunehmende Rechtsstaatlichkeit einher. In vielen
afrikanischen Staaten südlich der Sahara gibt es heute aktive Zivilgesellschafen
und eine Vielzahl unabhängiger Medien.
Dennoch sind die Menschenrechte, die in der Allgemeinen Erklärung
versprochen wurden, trotz bedeutender Fortschritte noch längst nicht
für die gesamte Bevölkerung des afrikanischen Kontinents Realität.
Mancherorts toben bewaffnete Konflikte, die von brutalen Menschenrechtsverstößen
wie Folter, Vergewaltigung und Verstümmelung begleitet werden.
In einigen Staaten ist das Recht auf freie Meinungsäußerung
stark eingeschränkt und Menschenrechtsverteidiger müssen Einschüchterungen
und Schikanen erleiden. Frauen werden in nahezu allen Krisengebieten Opfer
von Diskriminierung und systematischen Menschenrechtsverstößen.
Darüber hinaus leben zahlreiche Menschen in einer Situation von Elend
und Rechtlosigkeit - nur wenige haben überhaupt eine Chance, sich
aus der Armut zu befreien. Sichtbarster Ausdruck dieser Armut sind die
in allen afrikanischen Megastädten wachsenden Slums, deren Bewohner
in der Regel von den Behörden als illegal betrachtet werden und somit
schwersten Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind.
Der Vortragsabend setzt sich mit der aktuellen Menschenrechtslage auf
dem afrikanischen Kontinent auseinander und vermittelt anhand mehrerer
Beispiele Einblicke in sowohl positive als auch negative Entwicklungen.
Ein besonderes Augenmerk soll auf die Situation in Slums gelegt werden.
Franziska Ulm, geboren 1983, studierte Politikwissenschaft
an der Universität Potsdam. Bis Anfang des Jahres 2010 war sie bei
Amnesty International Fachreferentin für Afrika, heute ist sie für
den Bereich 'Slums und Zwangsräumungen' zuständig.
Eintritt 3,-€
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Lesung
und Gespräch


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Sonntag, 6. Juni 2010, 13 Uhr
STIMMEN AFRIKAS
Denis Goldberg:
"Der Auftrag - Ein Leben für die Freiheit in Südafrika"
aus dem Englischen von
Birgit
Morgenrath
Denis Goldberg verbrachte 22 Jahre als politischer Gefangener
des südafrikansichen Apartheidregimes im Gefängnis. Der unverbesserliche
Optimist erzählt in seiner Autobiografie eindringlich über sein
mit dem Befreiungskampf verwobenes Leben und die menschlichen Seiten des
oftmals schmerzhaften Weges in die Freiheit: über Liebe und Tod,
Lebensfreude, politische Leidenschaft, Brüderlichkeit und Zwist unter
Genossen, über eine unendlich lange Gefangenschaft.
Der 1933 als Sohn einer jüdisch-säkularen britischen Einwandererfamilie
in Kapstadt geborene
Goldberg war einer der weißen
Kämpfer gegen das Apartheidregime in Südafrika. Er schloss sich
als junger Bauinginieur dem ANC und dem bewaffneten Arm der Befreiungsbewegung
als technischer Offizier an.
Zusammen mit anderen Comrades wurde er 1963 verhaftet und mit Nelson Mandela
wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt. Mitte der 80er Jahre
wurde Goldberg nach schwierigen Verhandlungen freigelassen. Ungebrochen
kämpfte er aus seinem Londoner Exil weiter für die Abschaffung
der Apartheid. 2002 kehrte er nach Südafrika zurück.
Die Journalistin
Birgit Morgenrath, die das Buch
aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet hat, wird das Gespräch
moderieren.
In Zusammenarbeit mit
EXILE Kulturkoordination e.V.
Eintritt 5,-€ (erm. 3,-€)
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Die WM im Allerweltshaus
Sonntag, 13.6.
DEUTSCHLAND - AUSTRALIEN
Mittwoch, 16.6.,
BAFANA BAFANA – URUGUAY
Donnerstag, 24.6.,
KAMERUN – NIEDERLANDE |
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Die WM im Allerweltshaus
Wir wollen
- mit euch Fußball gucken
- mit euch über gesellschaftliche Hintergründe der WM diskutieren
- mit euch das „community radio“ aus Tksane/Brakpan unterstützen
Wir zeigen drei Vorrundenspiele auf Leinwand im AWH.
Die Spiele beginnen jeweils um 20.30 Uhr.
Wir treffen uns jeweils um 18 Uhr.
Wir bekommen dann immer einen aktuellen Bericht von
Mike
Mathabathe aus Tksane, einem schwarzen Township, ca. 40 km von
Johannisburg entfernt, über die Stimmung bei den Anhängern von
Bafana Bafana im Township und den aktuellen politischen Ereignissen im
Lande im Zuge der WM.
Anschließend wollen wir eine kleine Diskussion über ein gesellschaftliches
Thema im Zusammenhang mit der WM führen.
Wir verlangen jeweils
5 Euro Eintritt, damit
wird zu 100% das
community radio in Tksane unterstützt,
damit sie für ca. 1000 Euro eine Lizenz zum regelmäßigem
Senden kaufen können.
Auf unserer Homepage werden die Veranstaltungen inhaltlich ein wenig eingeführt
und die Fragen zum Bericht aus Tksane beantwortet: Wie sieht es in Tksane
aus? Warum unterstützen wir das community radio? Wer ist Mike Mathabathe?
Sonntag, 13.06., 18 Uhr
Bericht aus Tksane
Diskussion: Der globalisierte Fußball im nationalen
Taumel – wer soll denn nun Weltmeister werden??
Mit nationalistischen und nichtnationalistischen Kölner „Fußballfachleuten“
20.30 Uhr aus Durban: DEUTSCHLAND - AUSTRALIEN
Mittwoch, 16.06., 18 Uhr
Bericht aus Tksane
Diskussion: Gewalt; Krise, AIDS – wohin treibt das freie Südafrika???
Mit Kennern und Kennerinnen des Landes aus Köln
20.30 Uhr aus Pretoria: BAFANA BAFANA – URUGUAY
Donnerstag, 24.06., 18 Uhr
Bericht aus Tksane
Diskussion: Fußballmigration von Afrika nach Europa – Traumfabrik
oder moderner Sklavenhandel?
Mit Birgit Morgenrath, Rheinisches Journalistenbüro, die in Kamerun
zum Thema recherchiert hat.
20.30 Uhr aus Cape Town die Entscheidung:
KAMERUN – NIEDERLANDE
Eintritt jeweils 5,- €
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Vortrag
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Dienstag, 15. Juni, 20 Uhr
"Wir
wollen nicht die Sklaven der Konzerne sein"
Bollywood, Informationstechnologie, das neue Billigauto Nano und
Berichte über das Eldorado für Geschäftsleute bestimmen heute das Bild von
Indien. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass noch mehr als die
Hälfte der 1,1 Milliarden Inder auf dem Lande und viele von der
Landwirtschaft leben. Für sie ist die Globalisierung kein Segen, sondern
eine Plage. Über Gentechnik, Armut, Hunger, Stadtflucht, Selbstmord und
Widerstand der Landbevölkerung in Indien berichtet Gerhard Klas vom
Rheinischen JournalistInnenbüro.
Gerhard Klas,
Journalist und Indienspezialist
In
Zusammenarbeit mit de Deutsch-Indischen Gesellschaft Bonn-Köln e.V.
Eintritt 3,- € |
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Vortrag
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Donnerstag, 17. Juni,
19.30 Uhr
Indien: Ein Land der Gegensätze – Das Wirtschaftswachstum und
seine Verlierer
Ursachen der Slumentwicklung und Lösungsansätze anhand der Projektarbeit der
Andheri-Hilfe
Die
aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien ist mit Wachstumszahlen von jährlich
7-9% permanent in den Schlagzeilen und gilt als führend in Biotechnologie
und in der Softwareproduktion. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Große Teile
der Bevölkerung sind vom Wirtschaftswachstum völlig ausgeschlossen oder
sinken in eine noch tiefere Armut ab.
Etwa
40% der Gesamtbevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze!
Es
wird die Situation der sogenannten Modernisierungsverlierer, die Ursachen
der Landflucht und somit die Migration in die Slums der Großstädte
dargestellt sowie die Problematik der Straßenkinder. Doch es gibt auch
Lösungsansätze und Engagement vor Ort: Die Bedeutung lokaler
Nicht-Regierungsorganisationen wird aufgezeigt und aus zwei Projekten der
Andheri-Hilfe – eines im ländlichen Karnataka und ein zweites in den Slums
von Chennai – berichtet.
Mit Heike Kluve,
Indienreferentin der Andheri-Hilfe e.V., Bonn
20.30
Uhr:
Ländliche Lebensräume attraktiv erhalten: Ist der Lehmbau eine
Lösung für die Looser?
Zu
den Verlierern der wirtschaflichen Entwicklung Indiens zählen die
Adivasis. Ihre Rückzugsgebiete in den Wäldern und entlegenen
Regionen werden von rücksichtlosen Wirtschaftsunternehmen bedrängt,
die auf der Suche nach Rohstoffen und Anbauflächen im
Schulterschluss mit örtlichen Verwaltungen auch zu gewaltsamen
Mitteln der Vertreibung greifen. Adivasis werden um ihr Land und
ihre Produkte betrogen, ihre Kultur wird diskriminiert, ihre Rechte
werden ignoriert.
Gibt
es Chancen des Widerstands, der Verbesserung der materiellen Lage
und des Erhalts der Kultur? Wir wagen mit dem indischen Partner
Centre for Tribals and Rural Development einen Versuch in den
Nilgiris-Bergen.
Mit
Werner Wilkens, Leiter der DESWOS, Dt. Entwicklungshilfe für
soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V., Köln
Eintritt 3,- € |
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Vortrag und Diskussion
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Freitag, 18. Juni, 20 Uhr
Deutsche Entwicklungspolitik – Ein endloses Unterfangen?
mit
Prof. Dr. Uwe Andersen
Zum Thema Entwicklungspolitik gehen die Meinungen weltweit
auseinander. Für Einige ist sie ein endloses Unterfangen ohne größere
Erfolgsaussichten und für Andere ein Mittel um für mehr Gerechtigkeit
auf der Erde zu sorgen, da wirtschaftlicher und technischer Fortschritt
bis heute nur einem geringen Bevölkerungsanteil zukommt.
Besonders viele afrikanische Länder gehören zu den Verlierern
der Globalisierung. Hier gehören Armut, Hunger, Kinderarbeit und
Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern und Regionen zum Alltag
der Menschen. Auch die Folgen aus dem Klimawandel treffen diese Länder
häufig am stärksten und gemessen an den von der UNO 2000 symbolträchtig
beschlossenen Millenniumsentwicklungszielen liegen die meisten afrikanischen
Länder weit zurück.
Die Fragen wie eine nachhaltige Entwicklungshilfe in Afrika aussehen kann
und wo man ansetzen sollte, beschäftigen weltweit die Industrienationen.
Auch die deutsche Politik diskutiert aktuell wieder über die „richtige“
Strategie. In dem Vortrag soll die Entstehung deutscher Entwicklungshilfe,
deren Ziele, Aufgaben, Methoden und –zur Zeit besonders umstritten-
Organisation am Beispiel des afrikanischen Kontinents verdeutlicht und
kritisch beurteilt werden.
Uwe Andersen ist seit 1979 Professor für
Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Er war Herausgeber
der Bücher „Entwicklung in der Entwicklungspolitik“ und
„Afrika. Verlorener Kontinent oder Hoffnung auf Renaissance?“
Eintritt 3,- €
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Sa. 19.6.,
19.30 h –
Film-Abend: „Water“ von Deepa Metha
(im Filmhaus)
Während der gesamten Woche
im Filmhaus
das Kunstprojekt „Shuttle“,
Radierungen und Gedichte aus
Kalkutta
und Dresden, entstanden in Kooperation mit dem Goethe-Institut
Kalkutta. |
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Vortrag und Diskussion

um Seitenanfang Startseite
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Donnerstag,
08. Juli, 20 Uhr
David gegen Goliath oder eine Partnerschaft auf Augenhöhe?
Die Beziehungen zwischen der EU und Afrika
mit
Dr. Sven Grimm
Der afrikanische Kontinent bleibt durch seine geographische
Nähe zentral für Europas Außenbeziehungen. Hinsichtlich
der immer wiederkehrenden Betonung des Partnerschaftsgedankens in den
europäisch-afrikanischen Beziehungen stellt sich jedoch die Frage,
ob eine Kooperation auf Augenhöhe überhaupt möglich ist.
Zwar existieren heute deutlich mehr Demokratien und stärkere Zivilgesellschaften
in Afrika, diese erleiden jedoch immer wieder Rückschläge. Darüber
hinaus zeigt sich auch das Phänomen fragiler und gescheiterter Staaten
und in weiten Teilen Afrikas herrscht extreme Armut.
Daher nimmt die Entwicklungszusammenarbeit zu und auch Akteure wie China
und Indien machen zunehmend ihren Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent
deutlich. Durch enorme Investitionen und Infrastrukturprojekte sichern
sich diese Länder ihren Zugang zum afrikanischen Markt und zu wichtigen
Rohstoffen.
Welche Veränderungen vollziehen sich sowohl in Afrika als auch in
Europa? Was sind Themen einer Partnerschaft zwischen beiden Kontinenten.
Handelt es sich bei der Rede von europäischen Interessen also nur
um Eigeninteressen oder hat Europa ein ehrliches humanitäres Anliegen
an Afrika? Welche Rolle spielen Afrikas natürliche Ressourcen (Öl
und andere Rohstoffe) in den Beziehungen? Welche Rolle spielt die europäische
Außenwirtschaftspolitik in Bezug auf Afrikas Entwicklung?
Dr. Sven Grimm arbeitet am Deutschen Institut
für Entwicklungspolitik in Bonn. Er hat in Hamburg, Accra und Dakar
studiert und 2003 zur Europäischen Afrikapolitik promoviert. Seine
Publikationen beschäftigen sich mit den EU-Außenbeziehungen
sowie der Regierungsführung in Afrika.
Eintritt 3,- €
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